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„Lattenzaun mit Zwischenraum, hindurchzuschaun“                         
Rehabilitation der Pause
Nach Christian Morgenstern, siehe Zitat oben, macht die Pause eine Bretterwand zu einem Lattenzaun. Es geht um das Dazwischen. Übertragen auf unsere Arbeitskultur heißt das eine Unterbrechung dessen, was ich grade tue.

Beliebt ist das nicht und schon gar nicht wertgeschätzt. 

Pause? Wieso denn? Ich bin doch grad so schön dran. Wenn ich jetzt nochmal richtig Gas gebe, dann kann ich heute früher Feierabend machen.

Warum sind Pausen sinnvoll?
Wir brauchen „abgebremste Zeitqualitäten“ (Geißler, 2014) wie die Pause, um in einem Rhythmus zu bleiben, der unsere Leistungskraft, Kreativität und Freude während dem Arbeitstag erhält. Unser Gehirn braucht kurze Pausen, um Inhalte vom Kurz- ins Langzeitgedächtnis zu überführen (Geißler, 2014).

Sie lesen richtig: Es ist nicht so, dass man mit Pausen weniger schafft, sondern mehr. Nach einer Pause ist die Konzentration wieder auf einem höheren Niveau und die Qualität meiner Arbeit besser. Erkennen kann man das beispielsweise am Gedankenabschweifen oder an gesteigerter Ablenkbarkeit. Meistens jedoch machen wir erst dann eine Pause, wenn Konzentration, Stimmung und Energie deutlich gesunken sind (Dörr, 2026).

Unser Gehirn arbeitet nicht ständig auf Hochleistung wie eine Maschine, die einmal angeschaltet, durchschnurrt. Bereits nach 20 bis 45 Minuten intensiven Arbeitens lässt die Aufmerksamkeit nach. Wir ignorieren meistens die körperlichen Signale wie Spannung im Kopf-Schulterbereich oder auch die körperlichen Bedürfnisse wie Durst. Meistens machen wir zu spät oder gar keine Pause, was zur Folge hat, dass die gefühlte Erschöpfung am Abend größer ist und die eigentlich notwendigen Erholungszeiten länger ausfallen würden. 

Der Inkubationseffekt
Unser Gehirn benötigt bewusste Unterbrechungen, um Unterschiede machen zu können. Ständiger Zeitdruck blockiert die kreative Leistungsfähigkeit und verhindert innovatives Denken und Handeln. Stattdessen greifen gewohnte Denk- und Verhaltensweisen. Mit einer aktiv gestalteten Pause freuen sich unsere Gedanken über „Auslauf“. Mit einem kurzen Loslassen hilft man dem Gehirn neu draufzuschauen: wo ich vorher ein Problem sah oder eine Frage mich beschäftigt hat, ermöglicht Abstand das Einnehmen neuer Perspektiven oder ermöglicht es, Fehler zu erkennen. 

Wann Pausen machen?
Bei einer rechtzeitig eingelegten Pause etwa nach einer Stunde intensiven Arbeitens haben die ersten Minuten den größten Effekt (Dörr, 2022). Es reichen ein paar Minuten, um dann mit frischer Motivation neu ranzugehen.

Das erleichtert gute Pausen:
  1. Verlassen sie ihren Arbeitsplatz: 
    Räumliche Distanz erleichtert das Abschalten vom Tagesgeschäft.

  2. Lassen Sie ihr Handy liegen oder in der Hosentasche stecken: beim Scrollen oder Checken bleiben die „Programme unseres Gehirns“ offen. Wir tun das gerne, weil es unser Belohnungssystem im Gehirn aktiviert. 
    Jedoch lenkt es uns davon ab, zu spüren, wie es mir gerade geht (siehe Fragen zum Check up). Und es ist eine Vermeidungsstrategie statt echter Erholung.

  3. Nehmen sie bewusst die innere Haltung ein: „ich gönn mir jetzt eine Pause“.
Ein kurzer innerer Check-up schult unsere Wahrnehmung. Allein das Zulassen unserer Empfindungen und die Wahrnehmung unseres Körpers kann die Spitze von Druck und Stress nehmen. 

Fragen zum Check-up:
  • Wie geht es mir im Moment? Was ist bei mir los?
    (lediglich feststellen ohne Bewertung) 
  • Was tut mir jetzt gut? (Aufstehen? Fenster auf?  Rausgehen? Strecken? …)
Anregungen für gute Pausen:
  • Stehen sie auf, lassen sie ihre Schultern kreisen, öffnen sie das Fenster und machen sie drei tiefe Atemzüge. 
  • Gehen sie raus an die frische Luft.
  • Wenn sie sich bewegen, gehen sie langsam. Nehmen sie jeden Schritt, den sie tun, bewusst wahr, ob sie auf dem Weg zur Kolleg:in, zum Kaffeeautomat, zur Waschmaschine oder in den Garten sind.
  • Machen sie einfache Dinge bewusst: der Gang zur Toilette, das Aufschneiden eines Apfels.
  • Gönnen sie sich eine entspannte Unterhaltung mit eine/r netten Kolleg:in.
  • Unterbrechen Sie ihre Arbeit und sitzen sie, nur um des Sitzens willen. Erfreuen sie sich am Sitzen und am Atmen. Dafür brauchen wir nicht viel zu tun und auch in einem Großraumbüro geschieht das von anderen unbemerkt.
Auch unsere Kunden profitieren von einer gesunden Pausen Kultur. Nicht selten begegnen uns Landwirt:innen, die ohne Mittagspause durcharbeiten und der Auffassung sind, dass sie so am meisten schaffen. 

Quellen: „Lob der Pause“, Karlheinz A. Geißler, oekom Verlag, 2014
„Erfolgreiches Zeitmanagement für dummies“, Markus Dörr, 2022, Wiley-VCH GmbH,2. Auflage 

 
Termine

Ausbildung zum systemischen Coach für die Landwirtschaft
Juni 2026 bis Juni 2027
Es gibt noch wenige freie Plätze!
Modul 1: 23.06.26 bis 25.06.26
Modul 2: 22.09.26 bis 24.09.26
Modul 3: 08.12.26 bis 10.12.26
Online-Modul: 29.01.27
Modul 4: 16.03.27 bis 18.03.27
Modul 5: 01.06.27 bis 03.06.27
Infos bei Thomas Fisel

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CECRA Modul 1, Online
14.10.26 bis 16.10.26
Inhalte des Seminars: CECRA 1
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Selbst- / Zeitmanagement
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07.10.26 und 14.10.26
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Führen und Arbeiten im Team
CECRA Modul 3, Bad Kreuznach
27.10.26 bis 28.10.26
Inhalte des Seminars: CECRA 3
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Umgang mit Veränderungen/Changemanagement
CECRA Modul 8, Bad Kreuznach
03.11.26 bis 04.11.26
Inhalte des Seminars: CECRA 8
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Reflexion und Weiterentwicklung der eigenen Beratungspraxis
CECRA Modul 20, LEL Schwäbisch Gmünd
11.11.26 bis 12.11.26
Inhalte des Seminars: CECRA 20
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ab Herbst 2026
Es sind eine Vor- und ein Nachmittagsterminreihe in Planung.

 
 

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